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Wiki/DNS & Domains/SPF, DKIM und DMARC einfach erklärt
Kategorie:DNS & DomainsDauer:12 minSchwierigkeit:MittelZielgruppe:Admin, GeschäftsleitungStand:03.06.2026Anleitung

SPF, DKIM und DMARC einfach erklärt

SPF, DKIM und DMARC sind drei DNS-Einträge, die zusammen belegen, dass eine E-Mail wirklich von Ihrer Domain stammt. Richtig gesetzt verhindern sie, dass Fremde in Ihrem Namen mailen — falsch oder übereilt gesetzt blockieren sie Ihre eigenen, legitimen Mails. Darum erklären wir hier nicht nur, was die drei tun, sondern in welcher Reihenfolge und mit welchen Werten Sie sie sauber einrichten.

Was die drei Mechanismen tun

MechanismusWas es tut
SPF (Sender Policy Framework)Legt in einem TXT-Eintrag fest, welche Server im Namen Ihrer Domain senden dürfen. Empfänger werten Mails von nicht gelisteten Servern ab.
DKIM (DomainKeys Identified Mail)Signiert jede ausgehende Mail kryptografisch. Der Empfänger prüft die Signatur gegen einen öffentlichen Schlüssel in Ihrem DNS — so ist belegt, dass die Mail unterwegs nicht verändert wurde.
DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting & Conformance)Verbindet SPF und DKIM zu einer überprüfbaren Richtlinie, sagt dem Empfänger, was mit durchgefallenen Mails passieren soll, und schickt Ihnen Reports.

Voraussetzungen

VoraussetzungBeschreibung
eigene Domainz. B. ihre-domain.ch
DNS-Zugangzum Anlegen von TXT- und CNAME-Einträgen
Mailplattformz. B. Microsoft 365 (Exchange Online)
Überblick über sendende SystemeWebsite, Newsletter, ERP, Scanner, CRM

Anleitung — in dieser Reihenfolge

1

Sendende Systeme inventarisieren

Notieren Sie ALLE Dienste, die in Ihrem Namen mailen: Microsoft 365, das Kontaktformular der Website, Newsletter-Tools (z. B. Mailchimp), ERP/Fakturierung, Multifunktionsdrucker mit Scan-to-Mail, CRM. Jeder davon muss später in SPF berücksichtigt sein, sonst landen dessen Mails im Spam.

2

Bestehende Einträge prüfen

Prüfen Sie pro Domain, ob schon SPF-, DKIM- oder DMARC-Einträge existieren — mit einem öffentlichen Check (z. B. MXToolbox) oder nslookup -type=txt ihre-domain.ch. Ändern Sie nie blind: ein vorhandener SPF-Eintrag kann legitime Sender enthalten.

3

Genau einen SPF-Eintrag setzen

SPF ist ein einzelner TXT-Eintrag auf der Domain-Wurzel. Zwei SPF-Einträge machen SPF ungültig. Nehmen Sie alle Sender in einen Eintrag auf — pro Dienst ein include:.

4

DKIM in Microsoft 365 aktivieren

Schalten Sie die DKIM-Signierung im Defender-Portal ein. Microsoft zeigt dann zwei CNAME-Ziele (selector1 und selector2), die Sie im DNS anlegen. Erst nach dem Anlegen der CNAMEs die Aktivierung („Enable") abschliessen.

5

DMARC im Beobachtungsmodus starten

Legen Sie den _dmarc-TXT-Eintrag zuerst mit p=none an — reiner Beobachtungsmodus. So sammeln Sie Reports, ohne legitime Mails zu gefährden.

6

Reports auswerten

Lesen Sie zwei bis vier Wochen die DMARC-Reports und klären Sie jeden legitimen Sender, der noch durchfällt — meist ein vergessenes Newsletter- oder ERP-System.

7

Policy schrittweise verschärfen

Erst wenn alle legitimen Sender sauber bestehen: auf p=quarantine, später auf p=reject umstellen.

8

Jede Änderung dokumentieren

Halten Sie Eintrag, Datum, Grund und alten Wert fest — das verkürzt jede spätere Fehleranalyse erheblich.

So sehen die Einträge konkret aus

Beispiel für eine Microsoft-365-Domain (ihre-domain.ch)# SPF — genau EIN TXT-Eintrag auf der Wurzel (@)
ihre-domain.ch.          TXT    "v=spf1 include:spf.protection.outlook.com -all"

# ...mit zusätzlichem Newsletter-Dienst (Beispiel Mailchimp):
ihre-domain.ch.          TXT    "v=spf1 include:spf.protection.outlook.com include:servers.mcsv.net -all"

# DKIM — zwei CNAMEs (die genauen Zielwerte zeigt M365 beim Aktivieren an)
selector1._domainkey     CNAME  selector1-ihre-domain-ch._domainkey.<tenant>.onmicrosoft.com
selector2._domainkey     CNAME  selector2-ihre-domain-ch._domainkey.<tenant>.onmicrosoft.com

# DMARC — TXT auf _dmarc, Start im Beobachtungsmodus
_dmarc.ihre-domain.ch.   TXT    "v=DMARC1; p=none; rua=mailto:[email protected]; fo=1"

Das -all am Ende von SPF bedeutet „alles andere ist nicht legitim" (Hard Fail) — das ist das Ziel, sobald alle Sender erfasst sind. rua= ist die Adresse, an die DMARC-Reports gehen.

Häufige Fehler

FehlerFolge
mehrere SPF-Einträge auf einer DomainSPF wird ungültig, Authentifizierung schlägt fehl
Newsletter- oder ERP-System in SPF vergessendessen legitime Mails landen im Spam
DKIM aktiviert, aber CNAMEs nicht im DNS angelegtSignierung bleibt inaktiv
DMARC sofort auf p=reject gesetztlegitime Mails werden hart abgewiesen
Eintrag ohne Dokumentation geändertspätere Fehleranalyse wird zum Ratespiel
!
SicherheitshinweisSPF, DKIM und DMARC schützen nicht vor jeder Phishing-Mail. Sie reduzieren den Missbrauch Ihrer eigenen Domain, ersetzen aber keine Mitarbeiterschulung, kein MFA und keine Mail-Security-Lösung.
!
Vor Änderungen an produktiven DomainsKontaktieren Sie uns, bevor Sie SPF-, DKIM- oder DMARC-Einträge einer aktiv genutzten Domain ändern — besonders, wenn mehrere Systeme darüber mailen. Wir prüfen die bestehenden Sender und begleiten die Umstellung, damit kein legitimer Versand abreisst.

Häufige Fragen

Brauche ich alle drei (SPF, DKIM, DMARC) oder reicht eins?
Idealerweise alle drei — sie ergänzen sich. SPF allein schliesst keine Spoofing-Lücken zuverlässig, DKIM ohne DMARC wird von vielen Empfängern nur als Hinweis gewertet. DMARC verbindet beide zu einer überprüfbaren Richtlinie.
Was bedeutet p=none, p=quarantine oder p=reject bei DMARC?
Das ist die Policy für durchgefallene Prüfungen. p=none = nur reporten (Monitoring). p=quarantine = verdächtige Mails in den Spam. p=reject = harte Ablehnung. Wir starten immer mit p=none, lesen die Reports und verschärfen schrittweise.
Wie lange dauert es, bis Änderungen wirken?
DNS-Änderungen brauchen je nach Provider Minuten bis 24 Stunden, bis sie global propagiert sind. Empfangsserver cachen Einträge zusätzlich — rechnen Sie konservativ mit einem Tag, bevor Sie eine Änderung als „wirksam" werten.
Wer bekommt die DMARC-Reports und was steht drin?
Die Reports gehen an die rua=-Adresse im DMARC-Eintrag und enthalten tägliche Zusammenfassungen aller Mails, die im Namen Ihrer Domain verschickt wurden — inklusive Absende-IP und Prüf-Ergebnis. Wir richten die Auswertung auf Wunsch ein.

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