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Wissens-Artikel·Managed Workplace & Microsoft 365 · 8 min · Stand 2026-04-28

Offboarding in M365: Was beim Austritt nicht vergessen gehen darf

Konto deaktivieren, Daten sichern, Lizenz freigeben, Geräte zurückholen, wie ein sauberes Offboarding-Verfahren in M365 aussieht und warum es ein Sicherheitsthema ist.

Veröffentlicht2026-04-28Aktualisiert2026-04-28Lesezeit8 minVerbleibend8 minSGFManaged Workplace & Microsoft 365AutorSYSINFRA

Austritt ist ein Sicherheitsereignis

Ein gekündigter oder ausgetretener Mitarbeiter ohne sauberes Offboarding ist eines der unterschätzten Risiken im KMU. Aktive Konten, persönliche Geräte mit Firmen-Mailbox, externe Sharing-Links auf Privat-Mailadressen, OneDrive-Synchronisation auf Privat-Laptops, das sind keine Theoriefälle.

Offboarding ist kein HR-Thema, das nebenbei läuft. Es ist ein definierter IT-Prozess mit messbaren Schritten.

Pflichtschritte beim Austritt

SchrittWannWas
Konto sperrenLetzter ArbeitstagSign-in blockieren, MFA neu erzwingen
Sessions invalidierenSofortAlle aktiven Sessions trennen
GeräteTag 0Firmengeräte zurück, BYOD remote-wipen oder selektiv löschen
Mail-WeiterleitungTag 0 oder definiertAuf Vorgesetzte oder Vertretung
Daten sichernVor LöschungOneDrive-Inhalte übernehmen, Mailbox-Archiv
Externe Sharing-LinksTag 0Vom ausscheidenden Konto erstellte Links prüfen
Lizenz freigebenNach 30–90 TagenJe nach Aufbewahrungspflicht
Konto löschenNach AufbewahrungsfristEndgültig, dokumentiert

Was oft falsch läuft

Konto bleibt aktiv. „Wir wissen ja nicht, was noch kommt." Ergebnis: monatelang aktive Konten ohne aktive Person.

Lizenz nicht freigegeben. Kostet weiter, nutzt niemand.

Sharing-Links übersehen. Die ausgeschiedene Person hat einer externen Mail Lese-/Schreibrechte gegeben. Die bleiben.

OneDrive-Daten weg. Konto wird gelöscht, niemand hat die Inhalte gesichert.

MFA-Methode bleibt. Ehemaliges Privat-Handy kann theoretisch noch authentifizieren.

Beispiel aus dem KMU-Alltag

Ein Mitarbeiter verlässt eine Anwaltskanzlei. Konto wird „mal stehen gelassen". Drei Monate später entdeckt die IT, dass ein externer Sharing-Link mit Schreibrechten auf eine private Adresse aktiv ist, gesetzt vom ehemaligen Mitarbeiter. Der Schaden: keiner. Das Risiko: real.

Konkrete Empfehlung

Definieren Sie einen Offboarding-Standardprozess auf einer Seite Papier:

  1. HR meldet Austritt mit Datum
  2. IT führt Tag-0-Schritte durch (sperren, Sessions, Geräte)
  3. Vorgesetzter erhält Datenübernahme
  4. Lizenzfreigabe nach 30 Tagen, mit Reminder
  5. Endgültige Löschung dokumentiert

Wichtig: Der Prozess muss nachweisbar laufen, nicht „Hans macht das schon".

Wann wir helfen

Wir definieren den Offboarding-Prozess, automatisieren Schritte (Lizenz, Mailbox-Konvertierung, Sharing-Audit) und führen ihn ggf. selbst durch. Teil von Managed Workplace & Microsoft 365. Siehe auch Mitarbeiterwechsel als Sicherheitsrisiko.

Häufige Fragen

Wie lange Mailbox aufbewahren? Je nach Branche 30 Tage bis mehrere Jahre. Steuerlich, vertraglich oder regulatorisch unterschiedlich.

Was tun mit OneDrive? Vor Löschung an Vorgesetzte oder Nachfolge übergeben.

Mail-Weiterleitung dauerhaft? Begrenzt auf 1–3 Monate. Danach Vertretung im Tenant einrichten.

Kann man Konten reaktivieren? Innerhalb von 30 Tagen meistens ja. Danach wird es aufwendig.

Was kostet das pro Austritt? Bei sauberem Prozess gering, die Schäden ohne Prozess sind teurer.