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Wissens-Artikel·Hosting & Betrieb · 11 min · Stand 2026-04-28

Was kostet IT-Betreuung für ein Schweizer KMU?

Preislogik, typische Kostenblöcke und sinnvolle Fragen, bevor ein KMU einen IT-Dienstleister beauftragt, vier Kostenarten, ein Orientierungsraster und zehn Fragen, die jede Offerte beantworten sollte.

Veröffentlicht2026-04-28Aktualisiert2026-04-28Lesezeit11 minVerbleibend11 minSGFHosting & BetriebAutorSYSINFRA

Billige IT wird teuer, wenn niemand verantwortlich ist

Viele KMU fragen zuerst nach dem Stundensatz. Das ist verständlich, aber unvollständig. Der Stundensatz sagt wenig darüber aus, wer im Notfall verantwortlich ist, ob Backups getestet werden, ob M365 sauber verwaltet wird oder ob jemand den Überblick über Domains, DNS, Firewalls und Lizenzen hat.

Gute IT-Betreuung kostet nicht nur Arbeitszeit. Sie kostet Struktur. Genau dort entscheidet sich, ob IT ruhig läuft oder bei jedem Problem neu improvisiert wird.

Die vier Kostenarten

1. Lizenzen

Microsoft 365, Telefonie, Backup-Software, Security-Tools, Domains, Hosting, Spezialsoftware. Diese Kosten gehören meistens direkt dem Kunden. Gute Betreuung bedeutet, dass Lizenzen dokumentiert, geprüft und nicht unnötig doppelt bezahlt werden.

2. Betrieb

Betrieb ist die monatliche Verantwortung: Monitoring, Patchfenster, Backup-Kontrolle, Benutzerverwaltung, kleinere Anpassungen, Dokumentation, regelmässige Checks. Genau hier unterscheiden sich „wir helfen bei Bedarf" und „wir betreiben das".

3. Projekte

Migrationen, neue M365-Struktur, Telefonie-Cutover, Website-Relaunch, Firewall-Erneuerung oder ERPNext-Anpassungen sind Projektarbeit. Sie sollten separat geplant und angeboten werden.

4. Notfälle

Notfälle sind teuer, weil sie ungeplant, zeitkritisch und risikoreich sind. Ein KMU spart selten Geld, wenn es nur im Notfall Hilfe einkauft.

Was oft falsch läuft

Alles als Supportstunde. Keine Verantwortung für Betrieb, keine regelmässigen Prüfungen, keine saubere Priorisierung, nur Tickets, wenn es brennt.

Pauschalvertrag ohne Scope. „IT-Betreuung monatlich" klingt gut, aber ohne Systemliste, Reaktionszeit, Backupumfang und Ausschlüsse ist der Vertrag weich.

Fehlende Dokumentation. Wenn niemand weiss, welcher DNS-Provider, welcher Domaininhaber, welcher Backup-Job und welcher Admin-Account relevant ist, wird jeder Wechsel teuer.

Orientierung für KMU

KMU-TypTypischer BedarfSinnvolles Modell
3–10 PersonenM365, Geräte, Website, Basic SecurityKleines Monatsmandat plus Projekte
10–30 PersonenM365, Backup, Firewall, BenutzerprozesseManaged Workplace plus Betrieb
30–80 PersonenRollen, Standorte, Telefonie, ServerBetriebspaket mit SLA
Shop oder ERPUmsatzkritische SystemeHosting-Betrieb mit Monitoring und Restore-Test
Regulierter BereichNachweise, Audit, DatenschutzDokumentierter Betrieb mit Reports

Welche Fragen Sie vor einer Offerte stellen sollten

  1. Welche Systeme sind im Scope?
  2. Sind Backups nur eingerichtet oder auch getestet?
  3. Gibt es ein Wartungsfenster?
  4. Wer reagiert bei Ausfall?
  5. Gibt es eine Reaktionszeit?
  6. Sind Lizenzen enthalten oder direkt beim Anbieter?
  7. Wo liegt die Dokumentation?
  8. Gibt es ein Exit-Szenario?
  9. Was kostet Projektarbeit ausserhalb des Betriebs?
  10. Was passiert bei Ferien oder Krankheit des Engineers?

Wenn ein Anbieter diese Fragen nicht sauber beantworten kann, ist der Preis zweitrangig.

Beispiel aus dem KMU-Alltag

Ein kleines Büro zahlt nur bei Bedarf Support. Das wirkt günstig. Dann fällt im Januar die E-Mail-Zustellung aus, weil DNS und Domain bei einem alten Webdesigner liegen. Niemand hat Zugriff, niemand weiss, wer Owner ist, und der Support beginnt mit Spurensuche.

Ein sauberes Monatsmandat hätte diese Informationen längst dokumentiert. Der eigentliche Wert ist nicht die Stunde im Ticket, sondern die Vorbereitung vor dem Problem.

Wann wir helfen

Wir eignen uns für KMU, die klare Verantwortung wollen: Systemliste, Preisanker, Setup-Fee getrennt vom Betrieb, dokumentierte Übergabe, direkter Ansprechpartner, kein Zwischenhändler, klare Verträge.

Der richtige Einstieg ist meistens ein 30-Minuten-Erstgespräch oder ein Take-over-Audit. Danach lässt sich seriös entscheiden, ob ein Monatsmandat reicht oder ein Projekt nötig ist. Eine konkrete Übersicht unserer Pakete finden Sie unter Preise und Leistungen.

Häufige Fragen

Was kostet IT-Betreuung pro Monat? Das hängt von Benutzerzahl, Systemen, Reaktionszeit und Betriebsumfang ab. Ein kleiner Webbetrieb ist nicht mit einem ERP-Hosting vergleichbar.

Sind Microsoft-Lizenzen enthalten? Oft ist es sauberer, wenn der Kunde Lizenzen direkt hält. Der Dienstleister verwaltet und optimiert sie.

Ist ein Pauschalvertrag sinnvoll? Ja, wenn Scope und Ausschlüsse klar sind. Nein, wenn „alles inklusive" versprochen wird.

Stunden oder Monatsmandat? Für einmalige Aufgaben Stunden oder Projekt. Für Betrieb ein Monatsmandat.

Warum kostet Dokumentation Geld? Weil sie Abhängigkeit reduziert und im Notfall Zeit spart.