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Wissens-Artikel·Hosting & Betrieb · 7 min · Stand 2026-04-28

SLA, Wartungsfenster und Reaktionszeit einfach erklärt

Was 99,9 % wirklich bedeuten, wann ein Wartungsfenster Sinn ergibt und welche Reaktionszeit für ein KMU realistisch ist, ohne Marketing-Floskeln.

Veröffentlicht2026-04-28Aktualisiert2026-04-28Lesezeit7 minVerbleibend7 minSGFHosting & BetriebAutorSYSINFRA

Drei Begriffe, die in jedem Vertrag stehen sollten

SLA, Service Level Agreement. Zugesagte Verfügbarkeit, meistens als Prozentwert pro Monat oder Jahr.

Wartungsfenster. Geplanter Zeitraum für Updates und Wartung. Innerhalb des Wartungsfensters ist Verfügbarkeit nicht garantiert, und das ist gut so.

Reaktionszeit. Die Zeit, in der ein Anbieter auf eine gemeldete Störung reagiert. Wichtig: Reaktion ≠ Lösung.

Was Verfügbarkeitsprozente bedeuten

SLAMaximale Ausfallzeit/JahrMaximale Ausfallzeit/Monat
99,0 %87,6 h7,3 h
99,5 %43,8 h3,6 h
99,8 %17,5 h1,5 h
99,9 %8,8 h43,8 min
99,95 %4,4 h21,9 min
99,99 %52,6 min4,4 min

Faustregel: Höhere SLAs kosten exponentiell mehr. Für die meisten KMU sind 99,8–99,9 % ein vernünftiger Bereich.

Wartungsfenster

Wartungsfenster sollten dokumentiert sein:

  • Wann (Wochentag, Uhrzeit, Zeitzone)
  • Wie lange
  • Mit wie viel Vorlauf angekündigt
  • Was darin passieren darf
  • Wer benachrichtigt wird

Ohne Wartungsfenster gibt es zwei schlechte Optionen: Updates passieren spontan oder nie.

Reaktionszeit vs. Lösungszeit

BegriffBedeutung
ReaktionszeitBis zur ersten Rückmeldung
BearbeitungszeitBis zur aktiven Bearbeitung
LösungszeitBis zur tatsächlichen Behebung

Verträge nennen meistens Reaktionszeit. Lösungszeit ist seltener vertraglich, weil sie vom Problem abhängt, aber sollte zumindest als Ziel besprochen werden.

Realistische Reaktionszeiten für KMU

PrioritätReaktionBearbeitung
P1 (Totalausfall)1 hsofort
P2 (Beeinträchtigung)4 hgleicher Werktag
P3 (Routine)1 Werktagnach Plan
P4 (Wunsch)3 Werktageim Wartungsfenster

Reaktion ausserhalb der Bürozeiten kostet extra, oder gehört zu einem teureren Vertrag.

Was oft falsch läuft

99,99 % als Standardforderung. Klingt gut, kostet viel, hilft nur, wenn die Anwendung wirklich darauf angewiesen ist.

Kein Wartungsfenster. Kein Update läuft spurlos. Ohne Fenster gibt es Konflikt zwischen Stabilität und Aktualität.

Reaktionszeit als Lösungsversprechen verstanden. Anbieter reagiert in 1 h, das Problem ist nach 6 h gelöst, vertraglich erfüllt, gefühlt nicht.

Konkrete Empfehlung

  1. SLA realistisch wählen (meistens 99,8 %)
  2. Wartungsfenster definieren
  3. Prioritätsschema mit Reaktionszeiten
  4. Lösungszeiten als Zielwerte besprechen
  5. Reporting (mindestens quartalsweise SLA-Auswertung)

Wann wir helfen

Wir definieren SLA, Wartungsfenster und Prio-Schema im Mandatsvertrag, und liefern Reporting dazu. Teil von Hosting & Infrastruktur.

Häufige Fragen

Welche SLA für eine Firmenwebsite? 99,5–99,8 %. Höher selten nötig.

Welche SLA für einen Online-Shop? 99,9 % als sinnvolle Zielmarke.

Wie wird SLA gemessen? Externe Monitore (Uptime-Checks), nicht der Eigenbericht des Anbieters.

Was passiert bei SLA-Verletzung? Service-Credits oder Sonderkündigung, sollte vertraglich geregelt sein.

Wann ist 24/7 nötig? Wenn das System ausserhalb Bürozeiten kritisch ist (Shop, Notdienst, Praxis).